Gleichstellen

Vereinbarkeit von Beruf und Familie – familienfreundlicher Betrieb

Familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind grundlegende Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Job und Privatleben. Für eine bessere Arbeitsqualität, Leistungsbereitschaft und Motivation lohnt sich familienbewusste Personalpolitik für Arbeitgeber und Beschäftigte gleichermaßen.

Allgemeine Informationen zur Elternzeit und zu Maßnahmen für die Schaffung familienfreundlicher Arbeitsverhältnisse sind in dieser Rubrik zu finden.

Literaturempfehlungen

Expertise des IZA – Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit / Bonn

Elternzeit und Elterngeld

Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) weiterentwickeln

Die angekündigte Evaluierung des Bundesministeriums zum Elterngeld liegt seit dem 28. Oktober 2008 vor. Die veröffentlichten Evaluationsergebnisse zeigen eine hohe Zufriedenheit der Eltern. Die überwiegende Zahl von Haushalten erlebt mit der neuen Leistung eine ökonomische Stabilisierung oder sogar eine Einkommensverbesserung. Zur Weiterentwicklung des Elterngeldes hat ver.di 2008 einen offenen Brief verfasst:

Gesetz zum Elterngeld verabschiedet

Seit November 2006 ist das neue Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz in Kraft. Demnach haben Eltern, deren Kinder ab dem 1. Januar 2007 geboren werden, für maximal zwölf Monate (plus zwei weitere Partnermonate) Anspruch auf das so genannte „Elterngeld“. Anders als das bisherige Erziehungsgeld ist das Elterngeld als Lohnersatzleistung konzipiert. Eine Einschätzung und einen Überblick über die neue Elterngeldregelung liefert der Info-Brief „Im Blick“ Nr. 18 von November 2006 des ver.di-Bereichs Frauen- und Gleichstellungspolitik.

Bundesarbeitsgericht (BAG) ändert bisherige Rechtsprechung

Der Resturlaub aus dem Jahr des Antritts der Elternzeit wird in das Jahr übertragen, in dem der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin zurückkehrt bzw. in das darauf folgende Jahr. Dies gilt auch, wenn zwei nahtlos aufeinanderfolgende Elternzeiten genommen wurden.

Wichtige Internet-Adressen zu Leistungen für Eltern und Familien

Handlungshilfen und Checklisten

Betreuungsgeld

Verbände sind sich einig, dass Betreuungsgeld grundsätzlich kontraproduktiv ist und fordern daher dessen Streichung aus den Planungen der Regierungskoalition.

Offener Brief der Bündnispartnerinnen vom Dezember 2009:

Seit dem 1. Januar 2009 gilt das Änderungsgesetz zum Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG). Was geändert wurde, dazu eine erste Frauen- und gleichstellungspolitische Kommentierung:

Eltern in guter Arbeit sind der beste Schutz gegen Kinderarmut! Der Kinderzuschlag wird zum 1. Oktober 2008 weiterentwickelt:

Der Weg ist frei für den Ausbau der Betreuungsplätze. Betreuungsgeld ist und bleibt absurd und muss vom Tisch!

Familienfreundliche Personalarbeit

Familienorientierte Personalpolitik – Checkheft für kleine und mittlere Unternehmen

Mit dem Checkheft werden einer familienorientierten Personalpolitik Perspektiven in kleinen und mittleren Unternehmen eröffnet, für die keine hohen finanziellen und personellen Mittel aufgebracht werden müssen. Diese Broschüre schließt Informationslücken und gibt praxisnahe Empfehlungen:
DIHK, BMFSFJ, Stand: November 2007

Familienbewusste Personalpolitik

Informationen für Beschäftigtenvertretungen, Unternehmens- und Personalleitungen:
BMFSFJ, Stand März 2008

Betriebliche Familienpolitik in auditierten Unternehmen und Institutionen

Das Arbeitspapier betrachtet die betriebliche Familienpolitik auf Grundlage zweier empirischer Untersuchungen von erwerbswirtschaftlichen Unternehmen und nicht-erwerbswirtschaftlichen Institutionen. Auch betriebswirtschaftliche Erfolge familienbewusster Personalpolitik werden hier beleuchtet.

Für Unternehmen und Institutionen zeigt es auf, dass Familienbewusstsein in sehr vielen Fällen mit positiven einzelwirtschaftlichen Effekten einhergeht.

Arbeitspapier Nr. 3/2007, Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik FFP:

Familienpolitik aus der Gleichstellungsperspektive: ein europäischer Vergleich

Anneli Rüling, Karsten Kassner. Friedrich-Ebert-Stiftung, Forum Politik und Gesellschaft, 2007, ISBN 978-3-89892-6:

Erwartungen an einen familienfreundlichen Betrieb

Erste Auswertung einer repräsentativen Befragung von Beschäftigten mit Kindern oder Pflegeaufgaben:
Hsg.: WSI, Autorin: Dr. Christina Klenner

Familienatlas 2007

Information Standortbestimmung, Potenziale, Handlungsfelder.
BMFSFJ, Stand: September 2007

Familienfreundlichkeit im Betrieb – Handlungshilfe für die betriebliche Interessenvertretung

Diese Handlungshilfe für betriebliche Interessenvertretungen ist als praxisnahe Unterstützung für Betriebsräte aufgebaut, die auf der Suche nach vereinbarkeitsfördernden Maßnahmen sind. Aber auch Personalratsmitglieder finden nützliche Anregungen und Hinweise, selbst wenn die gesetzlichen Grundlagen und die gelebte Praxis zum Teil sehr unterschiedlich sind.
Autoren: S. Pfahl, S. Reuyß. Herausgeber: BMFSFJ. Juli 2005

Handlungshilfe: Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Inhalte sind insbesondere: rechtlicher Rahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf; Rechte und Möglichkeiten des Betriebsrats nach BetrVG; best practice Beispiele – Auszüge aus Betriebsvereinbarungen und beispielhafte Betriebsvereinbarungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

ver.di-Mitglieder mit Zugang zu unserem Intranet können die Handlungshilfe unter folgendem Link bestellen:

Zwischen Meeting und Masern. Vereinbarkeit von Beruf und Familie – ein Thema auch für Männer

Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Handlungsfeld der betrieblichen Gesundheitsförderung

Ein modulares Schulungskonzept für Bildungsanbieter verknüpft in fünf Modulen zwei Themen der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit: Die betriebliche Gesundheitsförderung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Konzept richtet sich an die AkteurInnen gewerkschaftsnaher Bildungsträger, die für Betriebs-/Personalrats-Vertretungen Grundlagen-Seminare oder Schulungen im Bereich „Betriebliche Gesundheitsförderung“ anbieten.
Hrsg.: Projekt „Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten!“

WSI-Studie: Arbeitszeiten von Eltern stark polarisiert

57 Prozent der Väter arbeiten länger als 40 Stunden pro Woche

Mütter müssen zu Hause bleiben

Auch wenn sich die Regierungskoalition auf einen Kompromiss zur steuerlichen Absetzbarkeit von Betreuungskosten geeinigt hat: Das größere Problem ist der Mangel an Betreuungsangeboten – vor allem für kleine Kinder. Der aktuelle FrauenDatenReport des WSI konstatiert langjährige familienpolitische Versäumnisse.

Väterquote wirkt – Wahlfreiheit nicht

Um die Erwerbs- und die Familienarbeit gerechter zwischen Frauen und Männern aufzuteilen, reicht es nicht, auf die „Wahlfreiheit“ von Eltern zu setzen. Im Gegenteil: Erfahrungen aus Nordeuropa zeigen, dass unter diesem Motto eingeführte Betreuungsgeldsysteme nur eine traditionelle Rollenverteilung fördern.

Selbst ist der Mann

Das traditionelle Männerbild ist fest verankert – zumindest in deutschen Köpfen. Männer erwarten keine Unterstützung von Politik oder Arbeitgeberseite, wenn sie ihr Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben neu definieren. Sie zimmern sich ein alternatives Lebensmodell, opfern die Karriere – und fühlen sich wohl dabei.

Mehr Wachstum und mehr Kinder durch familienfreundliche Arbeitszeiten

Würde die Arbeitszeit stärker an die Wünsche der ArbeitnehmerInnen angeglichen, könnten in Deutschland mehr Wachstum und Beschäftigung entstehen, so ein aktuelles Gutachten des Wirtschaftssachverständigen Prof. Dr. Bert Rürup. Bislang erschweren flexible Arbeitszeitmodelle die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – mit negativen Folgen für das Wachstum.

Wunsch vieler Eltern: Arbeitszeiten gleichmäßiger aufteilen

Die Arbeitszeiten von Müttern und Vätern lassen kaum Chancen für eine moderne Balance von Beruf und Familie. Vor allem Mütter müssen zwischen Zeitnot und Karriereverzicht entscheiden. Ein neuer Arbeitszeitstandard für die Familienphase wird gebraucht.

Überstunden statt Balance

Flexible Arbeitszeiten gelten als kluger Ansatz, um die unternehmerischen Anforderungen mit den privaten Zeitbedürfnissen der Beschäftigten zu versöhnen. Durchaus nicht immer zu Recht.

Internet-Adressen

Empfehlung des Projekts „Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten!“ bzgl. Publikationen und Materialien zum Thema „Genderpolitik – Vereinbarkeit von Arbeit und Leben“:

Betreuungsgeld ist ein sozial- und gleichstellungspolitischer Rückschritt

Offener Brief von 16 Verbänden zum Betreuungsgeld „Um Wahlfreiheit zu anderen öffentlichen Angeboten und Leistungen zu ermöglichen, soll ab dem Jahr 2013 ein Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro, gegebenenfalls als Gutschein, für Kinder unter drei Jahren als Bundesleistung eingeführt werden.“ (Koalitionsvertrag, Kapitel III Sozialer Fortschritt)

Betriebsvereinbarungen

Die neue Reihe „Hintergrundwissen“ aus dem Archiv der Hans-Böckler-Stiftung geht Fragen nach, die sich mit verschiedenen Themenpunkten von Betriebsvereinbarungen befassen. Jedes Papier dreht sich um einen der folgenden Regelungsbereiche: Entgelt, Arbeitszeit, Stellenausschreibung und Personalauswahlverfahren, Qualifizierung, Beschäftigungssicherung oder Chancengleichheit.

Der Schwerpunkt liegt hier zunächst auf Diskriminierungsaspekten aufgrund des Geschlechts. Zusammengestellt von Dr. Andrea Jochmann-Döll und Dr. Karin Tondorf.

Diskriminierungsfreie Betriebs- und Dienstvereinbarungen:

Dienstvereinbarungen

Wegweiser zu den Textauszügen im Gestaltungsraster für Vereinbarungen bei der Hans-Böckler-Stiftung zum Schwerpunkt „Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit“: