Gleichstellen

Steckbrief

Die Erwerbssituation von Frauen in Deutschland ist nach wie vor durch geschlechtsspezifische Ungleichheiten gekennzeichnet. Der Strukturwandel hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft gilt hier als Chance – allerdings ist diese bislang nicht sichtbar. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist das auch ökonomisch problematisch.

Daher ist es wichtig, dass wir in Analysen genauer hinsehen, branchen- und betriebsspezifische Ungleichheiten erkennen, sowohl strukturelle als auch individuelle Ursachen beheben. Handlungsoptionen müssen erweitert und -kompetenzen gestärkt werden. Einerseits, indem wir weibliche Führungskräfte unterstützen und gleichstellungspolitisch qualifizieren.
Andererseits, indem wir betrieblichen Akteurinnen und Akteuren aus drei Dienstleistungsbranchen (Einzelhandel, Finanzdienstleistungen, Ver- und Entsorgung) Handlungsnotwendigkeiten und auch -möglichkeiten vermitteln.

Dies erfolgte über drei Projektbausteine:

1. Gezielte Förderung von Frauen in Führungsfunktionen

In 78 dezentralen und branchenübergreifenden Veranstaltungen qualifizierten wir weibliche Führungs(nachwuchs)kräfte.

2. Stärkung der Arbeitsqualität für Frauen in Dienstleistungsberufen durch branchenorientierte Chancengleichheitspolitik

Dazu erstellten wir drei Branchenreporte, drei praxisnahe Branchendialoge und entwickelten 30 betriebliche Gleichstellungsreporte. Zusätzlich konzipierten wir fünf innovative Seminarmodelle und setzten diese um.

MultiplikatorInnen sowie betriebliche AkteurInnen wurden so für die branchen- und betriebsspezifische gleichstellungspolitische Lage sensibilisiert und für eine verstärkte betriebliche Gleichstellungspolitik mobilisiert.

Die gleichstellungspolitischen Herausforderungen wurden offengelegt, die Beteiligten lernten ihre Handlungsansätze kennen und fanden praxisnahe Lösungen.

3. Vermittlung übergreifender Dialoge und Transfer guter Praxis

Neben den beiden konkreten praxisnahen Entwicklungs- und Handlungssträngen wurden die Projektziele und -ergebnisse im Sinne einer breiten Öffentlichkeitsarbeit nach außen getragen und die entwickelten Konzepte wie Instrumente anderen Betrieben zur Verfügung gestellt.

Das Modellvorhaben gehört zum Förderschwerpunkt „Stärkung der Handlungskompetenz betrieblicher AkteurInnen zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Unternehmen“.

Es wird die Ziele der Bundesinitiative weitgehend und nachhaltig unterstützen, u.a. durch:

  • eigenständige Existenzsicherung
  • bessere Beteiligung an betrieblicher Weiterbildung
  • Verringerung der Einkommensunterschiede
  • bessere Work-Life-Balance

Die hier dargestellten Arbeiten erweiterten bzw. vertieften die bisherigen gleichstellungspolitischen Arbeiten der ver.di Dienstleistungsgewerkschaft. Hervorzuheben ist die enge Kooperation mit den Fachbereichen der Organisation, die eine größere Nachhaltigkeit gewährleistete.

Die Bundesinitiative lief im Zeitraum Juli 2010 bis April 2013.