Gleichstellen

Branchenreporte

Im Rahmen des Projekts „Gute Arbeit für Frauen! Branchenorientierte Chancengleichheitspolitik und gezielte Förderung“ fanden verschiedene Veranstaltungen statt. Zu den drei exemplarischen Branchen erstellte das Projekt Branchenreporte.

In dieser Rubrik sind die Ergebnisse gesammelt und dokumentiert – zur Entwicklung einer branchenorientierten Chancengleichheitspolitik und gezielter Frauenförderung.

Branchenreport Finanzdienstleistungen

Die Situation von weiblichen Beschäftigten in der Branche

Die Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise, die seit Sommer 2007 die Wahrnehmung prägen, haben die Branche der Finanzdienstleistungen stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Banken stehen dabei stärker im Mittelpunkt als Versicherungen. Allerdings spielen diese als große Investoren und als Vertriebskanal für Finanzprodukte ebenfalls eine wichtige Rolle.

Die Vernetzung der internationalen Finanzmärkte und ihrer Produkte führte dazu, dass die Krise des amerikanischen Immobilienmarktes weltweite Verwerfungen auslöste – obwohl es sich dabei um eine bzgl. ihrem Wert und ihrer Verbreitung eher begrenzte Krise handelte. Formulierungen wie to-big-to-fail oder auch to-interconnected-to-fail waren in aller Munde und kritisiert wurde das vermeintlich ungezügelte Renditestreben sowohl von AnlegerInnen als auch der Institute selbst, was zu einem ausgeprägten Eigenhandel führte.

Die Ursachen für die Finanzkrise sind vielfältig. Gerade angesichts der daraus resultierenden Finanz- und Staatsschuldenkrise erscheint es notwendig, sich mit der Struktur und Organisation von Arbeit und der Entwicklung von Arbeit und Arbeitsbedingungen im Finanzdienstleistungssektor zu beschäftigen. Der Finanzdienstleistungssektor – und hier vorrangig die Banken – hat und wird sich weiterhin stark verändern. Dabei spielen sowohl das gewandelte Marktumfeld als auch die Unternehmen selbst eine wichtige Rolle.

Auch wenn abzusehen ist, dass regulatorische Eingriffe jenseits der verstaatlichten Institute und Neuregelungen nicht die teilweise befürchteten Ausmaße annehmen werden, haben sich die Spielregeln geändert. Dies bleibt natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die Beschäftigten in der Finanzdienstleistungsindustrie.

Branchenreport Handel

Die Situation von weiblichen Beschäftigten in der Branche

Der Report legt die konkreten Herausforderungen für die Gleichstellungspolitik in der Branche offen. Im Ergebnis ermöglicht diese branchenspezifische Analyse, konkrete politische Branchenprogramme zu gestalten und Handlungskorridore zur betrieblichen Förderung der Gleichberechtigung zu identifizieren.

Gegenstand des aktuellen Branchenreports ist die Situation der weiblichen Beschäftigten im Einzelhandel und im Großhandel. Gezeigt wird hier zunächst die generelle Entwicklung der Branche. Daran anschließend wird die Sicht der Beschäftigten auf die Arbeitsbedingungen skizziert, entlang von Sonderauswertungen des DGB-Index für die Branche liegen die Ergebnisse geschlechts- und branchenspezifisch vor.

Kern dieses Reports bildet die umfassende Darstellung und Interpretation der Beschäftigungssituation von Frauen. Nach einer kurzen Übersicht zu den verwendeten Daten, ihrer Reichweite und Limitationen werden die Entwicklung in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, in der atypischen Beschäftigung sowie die herrschenden Arbeitszeitregimes gezeigt.

Daran schließen sich die Kapitel zu Ausbildung, Qualifikationsniveaus und der Teilhabe an betrieblicher Weiterbildung an. Schließlich werden die Situation zu Frauen in Führungspositionen, zur Balance von Arbeit und Privatleben, zur Einkommenssituation einschließlich der Niedriglohnproblematik sowie die Altersstruktur der Beschäftigten diskutiert.

Branchenreport Ver- und Entsorgung

Die Situation von weiblichen Beschäftigten in der Branche

Der Report legt die konkreten Herausforderungen für die Gleichstellungspolitik in der Branche offen. Damit wird die Informations- und Datenbasis zur Lage der Gleichstellung in der Branche strukturell erweitert. Im Ergebnis ermöglicht diese Analyse, konkrete politische Branchenprogramme zu gestalten und Handlungskorridore zur betrieblichen Förderung der Gleichberechtigung zu identifizieren.

Gegenstand des vorliegenden Reports ist die Situation der weiblichen Beschäftigten in der Branche. Neben der generellen Branchenentwicklung wird die geschlechtsspezifische Ausformung der Frauenbeschäftigung entlang zentraler Felder gezeigt, z. B. Arbeitszeitregimes, Einkommen oder betriebliche Weiterbildung.

Im Anschluss geht es um die Aushandlungsbedingungen der gewerkschaftlichen und betrieblichen Akteurinnen und Akteure: Über welche Ressourcen verfügen sie und welche Restriktionen können identifiziert werden? Mit welchem Fokus wird die Gleichstellung der Frauen aktuell diskutiert?

Der Report analysiert sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Daten. Neben einer Sekundäranalyse einschlägiger Literatur und Quellen wurden statistische Daten ausgewertet, vor allem die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit, der Mikrozensus und der CVTS3.

Ergänzt wurde dies durch leitfadengestützte Interviews mit Branchen-Expertinnen und Experten der Tarifpartner, mit der betrieblichen Interessenvertretung und – wie im Fall der öffentlich geführten Stadtwerke – der Gleichstellungsbeauftragten.

Schließlich wurden einige Ergebnisse des Reports Vertreterinnen und Vertretern aus Branchen und Betrieben im Rahmen des Branchendialogs Ver- und Entsorgung vorgestellt und diskutiert. Die so gewonnenen Einschätzungen wurden in den Report eingearbeitet.